Hydinvest

Das Tal der Weißeritz im momentanen Zustand gewachsener, sich entwickelter und entwickelnder
Unentschiedenheiten lässt verschiedene und zum Teil auch sich widersprechende Interessen und
rauminterpretierende Befindlichkeiten miteinander um die Gestaltungshoheit an der urbanen Peripherie
aus bestehender Funktionsstruktur (Verkehrswege, Wasserführung) und konkreter Landschaft
konkurrieren.
Dabei münden die sich wiedersprechenden Interessen und Entwicklungsziele im Tale in einen unausweichlichen
Konflikt aus Überlappung und Überschneidung, welcher sich nicht in der Schnittmenge
versöhnt, sondern sich in Selbstanspruch, Abgrenzung und Parzellierung manifestiert.
HYD invest thematisiert dies und schneidet sich temporär ein Stückchen des Tal-Torten-Bodens
ab, ohne ihn anschließend mit tendenziellen Zutaten zu belegen. Das Ansinnen bleibt vage. Lediglich
spricht der Stacheldrahtzaun klare Worte der konzerneigenen Aneignungs- bzw. Abgrenzungskultur.
Unklar bleibt, ob das umzäunte HYD invest Areal im Abgleich mit der realkapitalistischen
Wirklichkeit einen räumlichen Endpunkt darstellt, also das Sicht- und Hörbare schon finale Erscheinung
ist – oder das Ganze als Zwischenschritt eines Prozesses zu verstehen ist (Bauerwartung).
HYD invest besetzt als anzunehmende (privat)wirtschaftliche) Initiative eine Rasen-Fläche und
verhindert vorrübergehend das unmotiviert Mögliche, was in allen Brachen schlummert, zugunsten
einer vernebelten, dafür aber ganz konkreten Wirklichkeit aus einem plötzlichen wie asymmetrischen
Innen und Draußen.
Man darf passieren, sich wundern und gehindert fühlen

HYDINVEST 2012