Versycon


Manchmal geschehen doch noch Wunder: 2009, im Jahre der großen Krise, entscheidet sich das multinationale
Invest-Development-Konsortium VERSYCON trotz mannigfaltiger, globaler Bewerbungen, das Projekt in der
Lausitz zu realisieren. Im Sommer beginnen die Planungs- und Vermessungsarbeiten auf einer 8ha großen Fläche
am Bärwalder See. Und freilich wird auch ein Grundstein gelegt.
Das Projekt ist mindestens so groß und nebulös wie das Konsortium selbst. Vielleicht entsteht eine Fertigungsanlage
mit hunderten Arbeitsplätzen, vielleicht eine Ferienanlage oder eine Gated Community. Wer weiß das
schon genau? Und eigentlich ist es nebensächlich. Weil nämlich die Hauptsache ist, daß überhaupt irgendetwas
gebaut wird und schon allein dieser Fakt, Entwicklung, Zukunft und Fortschritt bedeutet. Und Hoffnung.
Was weiß man? VERSYCON ist sehr groß. VERSYCON ist global. VERSYCON ist Macht. VERSYCON
ist Kapital. VERSYCON ist System. VERSYCON ist Vision. Oder auch nur Heuschrecke in einer Seifenblase.
VERSYCON verspricht weder tausend neue Arbeitsplätze, weder einen freizeitlichen Mehrwert noch macht es
ein reizvolles Wohnraumangebot am See. Das Projekt bleibt mehr als undeutlich in seinem Ansinnen. Klar ist
nur, dass es um eine große Sache geht, die den zufälligen Besucher in das Spannungsfeld zwischen Misstrauen,
Ablehnung, Glaube und Hoffnung versetzt.
Machen wir uns nichts vor: Die gesellschaftlichen Zustände definieren die Priorität von Landschaft und von
Umwelt im weiteren Sinne. Schni schna schnuck: Infrastruktur läd Arbeit ein. Beide zusammen nagen Landschaft
an und angenagte Landschaft ist dann gar nicht mehr so schön natürlich. Der ideale Zustand, alles
unter einen Hut zu bringen, kann aber auch so nur in reichen Kulturen angestrebt werden. Der Umbau von
Landschaft zwischen Natur und Kultur, zwischen Industriealisierung und Deindustrialisierung wird zum Alibi
einer Notwendigkeit und erhält etwas heilsbringend Messianisches, wird stilisiert zum Erlebnis, zum Event,
zum genuin Fortschrittlich-Positiven.

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Was lässt Landschaften erblühen? Unter welcher Perspektive? Welche Interessen stehen dahinter?
Welche Kompromisse ist man bereit, dabei zu machen?
Angesichts verschiedener gescheiterter Großprojekte – viele Grüße aus Brandenburg – und im Nichts endender
Straßenanschlüsse reiht sich VERSYCON ein in das inflationäre Reich der Ankündigungen und stellt die Vertrauensfrage.

VERSYCON 2009
 
 
 
 
                        Grundsteinlegung VERSYCON
 
 
 

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